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Alchemix vs. MakerDAO: wie unterscheiden sich die CDP-Modelle?
MakerDAO lässt Nutzer über verzinste, überbesicherte Tresore DAI gegen Sicherheiten prägen, die bei starkem Preisverfall liquidiert werden können, während Alchemix mit alUSD und alETH synthetische Schuldtoken ausgibt, die zinsfrei sind und sich über den Ertrag der eigenen Sicherheit selbst tilgen, ohne einer gewöhnlichen Preisliquidation zu unterliegen.
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Zwei Varianten des Collateralized-Debt-Position-Modells
Sowohl MakerDAO als auch Alchemix basieren auf dem Grundprinzip einer besicherten Schuldposition, bei der Nutzer Sicherheiten hinterlegen und dagegen einen synthetischen Token prägen. Bei MakerDAO ist dieser Token DAI, eine dezentrale Stablecoin, die gegen Sicherheiten wie ETH oder andere zugelassene Vermögenswerte in einem Vault geprägt wird. Für das Prägen und Halten offener DAI-Schuld fällt eine sogenannte Stabilitätsgebühr an, die faktisch einem Zinssatz entspricht und über die Zeit aufläuft.
Alchemix nutzt dasselbe Grundprinzip einer Vault-Struktur, verzichtet aber vollständig auf eine solche laufende Gebühr. Die Schuld in Form von alUSD oder alETH sinkt stattdessen automatisch durch den Ertrag, den die eingezahlte Sicherheit erwirtschaftet, sodass kein Zins anfällt, der aktiv beglichen werden müsste.
Stabilitätsgebühr bei MakerDAO gegenüber Nullzins bei Alchemix
Die Stabilitätsgebühr bei MakerDAO wird über Governance-Abstimmungen der MKR-Halter festgelegt und kann sich je nach Sicherheitentyp und Marktbedingungen unterscheiden. Sie muss vom Kreditnehmer letztlich beglichen werden, meist beim Schließen der Position, und stellt eine reale, mit der Zeit wachsende Belastung dar, unabhängig davon, ob die Sicherheit selbst Ertrag abwirft oder nicht.
Bei Alchemix entfällt eine solche Gebühr vollständig, weil das Protokoll die Schuld nicht gegen fremdes verliehenes Kapital ausgibt, sondern gegen die eigene Sicherheit des Nutzers, deren Ertrag direkt zur Tilgung verwendet wird. Der Kompromiss dafür ist, dass Alchemix nur Sicherheiten akzeptiert, die selbst produktiv Ertrag erwirtschaften können, während MakerDAO ein breiteres Spektrum an Sicherheiten unabhängig von deren eigener Ertragsfähigkeit zulässt.
- MakerDAO erhebt eine laufende Stabilitätsgebühr auf DAI-Schuld
- Alchemix erhebt keine Zinsen auf geprägte alAssets
- MakerDAO akzeptiert ein breiteres Spektrum an Sicherheiten
- Alchemix benötigt Sicherheiten, die selbst Ertrag erwirtschaften
Liquidationsmechanik: MakerDAO-Tresore gegenüber Alchemix-Vaults
MakerDAO-Tresore können liquidiert werden, wenn der Wert der hinterlegten Sicherheit gegenüber der ausstehenden DAI-Schuld unter eine festgelegte Mindestquote fällt. In diesem Fall wird die Sicherheit automatisch verkauft, um die Schuld zu decken, üblicherweise verbunden mit einer Liquidationsstrafe für den Kreditnehmer. Dieses Risiko ist real und hat in volatilen Marktphasen bereits zu erheblichen Liquidationswellen im MakerDAO-Ökosystem geführt.
Bei Alchemix entfällt dieses Szenario strukturell, weil die Schuld auf ein Synthetikum derselben Sicherheit lautet, die hinterlegt wurde. Ein Preisverfall der Sicherheit senkt gleichzeitig den Wert der entsprechenden Schuld, wodurch die für MakerDAO typische, preisgetriebene Zwangsliquidation bei Alchemix nicht auftritt. Auch hier gilt jedoch, dass dies kein vollständiger Risikoschutz ist, da Smart-Contract- und Strategierisiko bei Alchemix bestehen bleiben.
Wann welches Modell besser passt
MakerDAO eignet sich für Nutzer, die eine breite Auswahl an Sicherheiten wünschen und bereit sind, eine laufende Gebühr im Austausch für diese Flexibilität sowie für die etablierte, breit genutzte DAI-Stablecoin zu zahlen. Es ist zudem sinnvoll für Nutzer, die eine Sicherheit einsetzen möchten, die selbst keinen nennenswerten eigenen Ertrag abwirft.
Alchemix passt besser zu Nutzern, die bereits ertragbringende Vermögenswerte wie Liquid-Staking-Token oder verzinste Stablecoin-Positionen halten und diese nutzen möchten, um zinsfreie Liquidität zu erschließen, ohne sich um eine laufende Gebühr oder eine preisgetriebene Liquidation sorgen zu müssen. Die Entscheidung zwischen beiden Modellen hängt letztlich davon ab, welche Sicherheit vorhanden ist und wie wichtig Zinsfreiheit gegenüber Sicherheitenvielfalt gewichtet wird.
Häufige Fragen
- Ist alUSD dasselbe wie DAI?
- Nein, beide sind synthetische, besicherte Stablecoins, aber alUSD wird ausschließlich über Alchemix gegen ertragbringende Sicherheiten geprägt und ist zinsfrei, während DAI über MakerDAO gegen ein breiteres Sicherheitenspektrum geprägt wird und einer Stabilitätsgebühr unterliegt.
- Fällt bei Alchemix eine Gebühr an, die mit der MakerDAO-Stabilitätsgebühr vergleichbar ist?
- Nein, Alchemix erhebt keine laufende Gebühr auf offene alAsset-Schuld. Die Tilgung erfolgt stattdessen ausschließlich über den Ertrag der eingezahlten Sicherheit.
- Kann eine Alchemix-Position genauso liquidiert werden wie ein MakerDAO-Tresor?
- Nicht auf dieselbe Weise. MakerDAO-Tresore können bei fallendem Sicherheitswert gegenüber der DAI-Schuld liquidiert werden, während Alchemix-Positionen keiner gewöhnlichen preisgetriebenen Liquidation unterliegen, da die Schuld auf ein Synthetikum der eigenen Sicherheit lautet.
- Welche Sicherheiten kann ich bei MakerDAO im Vergleich zu Alchemix hinterlegen?
- MakerDAO akzeptiert ein breiteres Spektrum an Sicherheiten unabhängig von deren eigener Ertragsfähigkeit, während Alchemix auf Sicherheiten angewiesen ist, die selbst über eine Ertragsstrategie Rendite erwirtschaften können.
- Ist eines der beiden Protokolle grundsätzlich sicherer?
- Beide Protokolle sind seit längerer Zeit aktiv und öffentlich einsehbar, tragen aber unterschiedliche Risikoprofile, etwa Liquidationsrisiko bei MakerDAO gegenüber Strategie- und Bindungsrisiko bei Alchemix. Ein pauschales Urteil, welches insgesamt sicherer ist, lässt sich seriös nicht treffen.